13. Januar, 2019

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[Noreen, 22 Jahre alt, Koblenz]


Hallo!
Mein Name ist Noreen, ich bin 22 Jahre alt und mache eine Ausbildung zu Ergotherapeutin (zweites Lehrjahr). Übersetzt bedeuten Ergotherapie: Arbeitstherapie.

Es wird angenommen, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach Aktivität hat. Diese Aktivität wird als Therapiemittel in den verschiedensten Bereichen, von Psychiatrie bis Entwicklungsverzögerten Kindern, eingesetzt. Als Ergotherapeutin helfe ich, ganz allgemein gesagt, einem Menschen wieder an seinem Alltag, der Gesellschaft und in der Arbeitswelt, teilzuhaben. Dies tut man mit unterschiedlichsten Methoden, um die benötigten Fähigkeiten zu erlangen.

Nach der Schule wusste ich nicht genau was ich machen soll, somit habe ich zuerst ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in einer Integrativen Kindertageststätte (Kita) für nicht- und geistig behinderte Kinder gemacht. Dieses Jahr hat mir zum einen Zeit zum überlegen gegeben, aber auch zum anderen mein Interesse am sozialen Bereich geweckt. Ein FSJ finde ich sehr empfehlenswert, um Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Auch wenn man kein Interesse daran hat, darüberhinaus im sozialen Bereich zu arbeiten!

Als ich mit einer Ausbildung anfing wusste ich gar nicht so genau was „Ergos“ noch so alles machen, außer mit Menschen mit geistiger Behinderung und Kindern zu arbeiten. Jedoch finde ich inzwischen, dass das Spektrum an Möglichkeiten und Vielfältigkeit bei kaum einem anderen Beruf größer ist, als in der Ergotherapie

Genau diese Vielfalt hat mich sehr begeistert und die Möglichkeiten die diese mitbringt. Die Ergotherapie ist in vier große Bereiche aufgeteilt, die ich euch hier kurz vorstellen und erklären möchte.

1. Motorisch-Funktionell
In diesem Bereich werden orthopädische und neurologische Patienten behandelt. Das bedeutet, wenn man z.B. einen Schlaganfall hatte bekommt man Ergotherapie, um wieder neu laufen zu lernen, oder wieder greifen zu können (Verbesserung der Grob - und Feinmotorik). Der Arbeitsplatz für den Ergotherapeuten befindet sich in einer Klinik oder in einer Ergotherapeutischen Praxis.

2. Psychiatrie
In diesem Bereich werden Patienten mit Psychischen Erkrankungen, wie z.B. die Depression oder Schizophrenie, therapiert. Mit Hilfe von Gestaltungs- und Kunsttherapie wird an den Traumata und an der Verbesserung des Zustandes gearbeitet. Der Arbeitsplatz für die Ergotherapeuten befindet sich in diesem Bereich in der Psychiatrie, oder in einer Ergotherapeutischen Praxis.

3. Arbeitstherapie
In der Arbeitstherapie befinden sich geistig behinderte Menschen, als auch psychisch erkrankte Menschen. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie nicht auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt, aufgrund ihrer Einschränkung, arbeiten können. Das Ziel der Ergotherapeutin ist die Verbesserung der benötigten Fähigkeiten, im Bezug auf den Berufswunsch des Patienten. Der Arbeitsplatz der Ergotherapeuten befindet sich in einer Werkstatt, hauptsächlich als Gruppenleiter.

4. Pädiatrie
Dieser Bereich umfasst allgemein alle Therapien im Bezug auf Kinder. Die meisten Therapien werden bei Kindern mit geistiger Behinderung und Entwicklungsverzögerung durchgeführt. Dort geht es ebenfalls um die Verbesserung der benötigten Fähigkeiten im Bezug auf Schule oder Kindergarten.

Mir persönlich gefällt ganz besonders diese Vielfalt, auch um im späteren Berufsleben den Bereich mal zu wechseln. Jedoch finde ich am schönsten an diesem Beruf die direkte Arbeit mit Menschen. Ich mag die direkte Rückmeldung der Patienten auf die Therapie und die sichtbaren Fortschritte.

Wenn du dich für diesen Beruf Interessierst, würde ich dir empfehlen zunächst ein Praktikum in einer Praxis oder ein FSJ im sozialen Bereich zu machen, um einen guten Einblick zu bekommen.

Ich hoffe, du hast einen kleinen Eindruck und hoffentlich auch einen Überblick in die Ergotherapie bekommen.

Warum könntest du dir vorstellen, auch als Ergotherapeutin zu arbeiten oder warum eher nicht? Hast du schon mal über ein FSJ nachgedacht, was würde dich daran reizen?

Viele Grüße,
Eure Noreen